Die Bedingungen für den universellen Zugang zu HIV Prävention, Behandlung und Versorgung haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Siiehe dazu den letzten Report der WHO: Towards universal access: scaling up priority HIV/AIDS interventions in the health sector Progress report, September 2009

Mehr Menschen mit dem Risiko für eine HIV Infektion oder mit einer bereits bestehenden Infektion haben Zugang zu Beratung, Testung, Behandlung  und Versorgung.

Es bleiben aber gegenwärtig weiterhin ca. 5 Millionen Menschen ohne Zugang zu Behandlung. Das Ziel "Universeller Zugang 2010" scheint unerreichbar. Die Herausforderungen, diesen Zugang sicherzustellen, werden in Zukunft eher steigen. Dazu wird auch politische Lobbyarbeit notwendig sein. Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeit der "All-party parliamentary Group on AIDS" des britischen Unterhauses. Diese überparteiliche Arbeitsgruppe hat dazu eine beachtenswerte Veröffentlichung vorgestellt, in der ein Ausblick auf gegenwärtige und zukünftige Erfordernisse eines universellen Zugangs zu HIV Behandlung dargestellt werden, insbesondere in finanzieller Hinsicht. (Treatment Timebomb http://www.aidsportal.org/repos/APPGTimebomb091.pdf) Ein kurzer Beitrag im British Medical Journal macht noch einmal auf die Kampagne von MSF zur Unterstützung der Patent Pool Initiative für neuere antiretrovirale Medikamente aufmerksam (BMJ 2009; 339:b4056).

Möglichst viele DAIG Mitglieder - und wenn möglich die Gesellschaft selbst- sollten sich aus meiner Sicht deutlich positiv und unterstützend dazu positionieren. Was will der Patent Pool? Durch Zusammenlegung von Patenten mehrerer Patent-Halter würde ein einfacherer und preisgünstigerer Zugang zu Lizenzen, z.B. für Generikahersteller, möglich, gerade in Bezug auf neuere antiretrovirale Medikamente, die auch in den Ressourcen armen Ländern benötigt werden. Mit zunehmender Behandlungsdauer in den Public Health Programmen im südlichen Afrika zeigen sich nämlich die Raten der unerwünschten Wirkungen, wie Lipodystrophie, Neuropathie, und Laktatazidosen deutlicher.

Der EACS Kongress bietet in den nächsten Tagen auch die Gelegenheit, die Vertreter/innen der Pharmaindustrie auf diese Initiative anzusprechen.

Wichtige Links für nähere Informationen sind:

http://www.unitaid.eu/
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/...patentpool.../index.html_
http://www.aidskampagne.de


Florian Neuhann